Verabschiedung, Führungswechsel und neue Perspektiven.

Jahrestreffen der THW-historischen Sammlung in Fulda

Zum Jahrestreffen kamen rund 40 Mitglieder der THW-historischen Sammlung vom 13. Mai bis 15. Mai 2022 nach Fulda. Im Mittelpunkt stand die feierliche Verabschiedung des Leiters der THWhS Hans-Joachim Derra, seines Stellvertreters Rudolf Hattenkofer und Helmut Kellner, ehemaliger Standortleiter des Gerätedepot Heiligenhaus. Hans-Joachim Derra und Rudi Hattenkofer wurden zum Abschied mit dem Ehrenabzeichen des THW-Präsidenten ausgezeichnet. Dieses Ehrenabzeichen wird seit 2005 an THW-Angehörige und Außenstehende für persönliche Verdienste um das THW verliehen.
Die Leitung der THWhS obliegt nun THW-BV Vizepräsident Christian Herrmann zusammen mit seinem Stellvertreter Rainer Mahn. Ralph Dunger, Vizepräsident der THW-Bundesvereinigung war in Vertretung seines erkrankten Vorstandskollegen Christian Herrmann nach Fulda gereist. In seinem Grußwort würdigte er die wichtige Arbeit der THWhS und erläuterte die Eingliederung der Historischen Sammlung unter das Dach der THW-BV.

Rainer Mahn, kommissarischer stellvertretender Leiter der THWhS, bat in seinem Bericht um Geduld bei der Integration der Historischen Sammlung in die THW-BV. Neue Strukturen müssen erarbeitet, Kommunikationswege und Zuständigkeiten neu gedacht werden. Ab dem 1. Juni 2022 steht in der THW-Bundesvereinigung eine hauptamtliche Ansprechperson für alle Belange rund um die Historische Sammlung zur Verfügung. Diese neu geschaffene Position soll helfen, den Integrationsprozess optimal zu gestalten und das Projekt „Helfen in der Not - Museum der Deutschen Feuerwehren und des Technischen Hilfswerks“ voranzutreiben.

Die Beauftragten der einzelnen Länder und die Standortleiter berichteten über die letzten zwei Jahre, in denen corona-bedingt nur sehr eingeschränkt gearbeitet werden konnte. Der Fokus lag vor allem auf dem Umzug in das Depot nach Hünfeld sowie die Neustrukturierung des Archivs.

Im Anschluss hörten alle Beteiligten einen Vortrag von Dr. Thomas Heiler, Amtsleiter des Kulturamtes der Stadt Fulda und Leiter des Stadtarchivs der Stadt Fulda. Er stellte seine Arbeit im Archiv vor und erklärte den Umgang mit Archivalien und Digitalisierung. Er konnte viele nützliche Impulse zur zukünftigen Arbeit der THWhS liefern.
Dr. Heiler übergab das Wort an Rolf Schamberger, Leiter des Deutschen Feuerwehr-Museums und an Bernd Müller-Strauß. Beide stellten das gemeinsame Museumsprojekt der Deutschen Feuerwehren und des Technischen Hilfswerkes vor. In ihrem Vortrag präsentierten sie das Rahmenkonzept sowie die einzelnen möglichen Erzählstränge der Geschichte des Bevölkerungsschutzes. Das Museum ist für 2026 in Fulda geplant.
Auf der Mitgliederversammlung des Fördervereins der THWhS drehte sich alles um die Wiederwahl des Vorstandes. Dieser wurde in seinem Amt bestätigt. Der Vorstand setzt sich zusammen aus dem 1. Vorsitzenden Rainer Mahn, dem stellvertretenden Vorsitzenden Dirk Westphal, der Schatzmeisterin Trude Rähse, und dem Schriftführer Helmut Kaiser.

Am letzten Tag des Jahrestreffen nahmen die Mitglieder der THWhS an der Übergabe des „Klaviers von Ahrweiler“ an das Deutschen Feuerwehr-Museum (DFM) teil. Das „Klavier von Ahrweiler“ ist nicht nur ein Symbol der Hoffnung und Zuversicht, sondern gleichzeitig ein Symbol der Zusammenarbeit zwischen THW und Feuerwehr.
Das Klavier wurde nach dem Starkregen am Straßenrand in Bad Neuenahr-Ahrweiler aus dem Schlamm gezogen und abgestellt. Zunächst sollte das Musikinstrument entsorgt werden, doch dann fing ein Mann darauf an zu spielen. Ihm folgten Passanten und Einsatzkräfte. Dieses Spiel auf dem Klavier gab den Menschen vor Ort im Moment tiefster Verzweiflung Mut und Zuversicht.
Die Idee das Klavier aus dem Ahrtal zu retten und als Erinnerungsstück und Mahnmal im DFM auszustellen, stammte von der THW-historischen Sammlung und dem Deutschen Feuerwehr-Museum. Umgesetzt haben es die Helferinnen und Helfer des THW zusammen mit Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr. Gemeinsam haben sie das Klavier gerettet, geborgen und an diesen Ort gebracht. Damit wird das „Spiel mich“-Klavier zu einem wichtigen Ausstellungsstück der zukünftigen Sammlung. Es symbolisiert den praktischen Startschuss für das gemeinsame Museum der Deutschen Feuerwehren und des Technischen Hilfswerks.
Am Internationalen Museumstag am 15. Mai 2022 wurde das Klavier nach der Uraufführung der Klaviersonate „Tribut an die Menschlichkeit, von Naturkatastrophen, Verlust und Hoffnung« von Komponist Kai Fenchel“ an das Deutsche Feuerwehr-Museum übergeben. 

Im Anschluss eröffnete THW-Vizepräsidentin Sabine Lackner zusammen mit Rolf Schamberger die Ausstellung zu Otto Lummitzsch. Es ist die Archivschau der THW-historischen Sammlung zu dem Gründer des Technischen Hilfswerks und seiner Vorgängerorganisation, der Technischen Nothilfe. Die Besucher lernen Otto Lummitzsch als Organisator technischer Hilfe für den Notfall, aber auch als Ingenieur, Pionieroffizier und Mensch kennen. Die Schau gibt einen Einblick in eine faszinierende Person, die in fünf Herrschaftssystemen - Kaiserreich, Weimarer Republik, NS-Diktatur, frühe Nachkriegszeit unter alliierter Militärverwaltung und die junge Bundesrepublik - gelebt und gewirkt hat. Das Helfen in der Not war stets Antrieb seines Handelns, vor allem in den politisch-gesellschaftlich bewegten Zeiten der Weimarer Republik und der jungen Bundesrepublik Deutschland.
Dieses Credo, Menschen in Not zu helfen, bildet bis heute die Basis der Einsatzorganisation THW. Dieses „Helfen in der Not“ ist auch der Arbeitstitel des neu zu etablierenden gemeinsamen Museums der Deutschen Feuerwehren und des Technischen Hilfswerks, eines Museums rund um die vielfältigsten Facetten des Katastrophen- und Bevölkerungsschutzes.

Berlin, 18. Mai 2022

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