Konkrete Hilfe im Ahrtal

Spende ermöglicht drei weitere Behelfsbrücken

Am Donnerstag, 28.10.2021 erfolgte die Eröffnung von zwei weiteren Brücken im Ahrtal. Insgesamt werden drei Behelfsbrücken errichtet: Zwei Brücken in Bad Neuenahr-Ahrweiler und eine im unweit entfernten Liers.

Alle drei Brücken konnten aus einer Großspende der Volksbanken und Raiffeisenbanken sowie der DZ BANK-Gruppe finanziert werden. Durch diese Brücken können sich die Menschen auf beiden Seiten des Flusses wieder leichter begegnen und die durch die Flut zerstörte Verkehrsinfrastruktur vor Ort wird maßgeblich verbessert. Der genossenschaftlichen FinanzGruppe der Volksbanken und Raiffeisenbanken war es eine Herzensangelegenheit, in der vom Starkregen betroffenen Region unkompliziert und nachhaltig zu helfen.

„Die Folgen und Ausmaße des Starkregens im Juli sind auch heute - 3 1/2 Monate später - kaum zu fassen und werden noch lange sichtbar bleiben.
Wir sind dankbar und froh, dass wir durch die Großspende der Volksbanken und Raiffeisenbanken sowie der DZ BANK-Gruppe mit drei weiteren Behelfsbrücken im Katastrophengebiet einen wichtigen Beitrag leisten können. In ein paar Jahren, wenn die temporären Brücken durch massive Varianten ersetzt werden, können die Behelfsbrücken für spätere Einsätze wiederverwendet werden. Damit unterstützt die Finanzgruppe gleich mehrfach. Dafür danken wir und die Bewohner von Bad Neuenahr-Ahrweiler von Herzen“,
so Marian Wendt, Präsident THW-BV.

Die Spende erfolgte an die THW-Bundesvereinigung e.V., die mit dem Geld die drei zusätzlichen Brücken gekauft und dem THW zur Verfügung gestellt hat.
Bei den beiden Brücken in Bad Neuenahr-Ahrweiler, vom Typ Mabey Compact 200, handelt es sich um eine Fahrzeug- und eine Fußgängerbrücke. Die neue Fahrzeugbrücke an der Heppinger Straße ist mit knapp 40 Metern etwas länger als die Brücke für Fußgängerinnen und Fußgänger nahe der Bachemer Straße, die knapp 37 Meter lang ist. Die kleinere Brücke ist bereits benutzbar. Die Fahrzeugbrücke wird eröffnet, sobald die Zufahrtswege fertig sind. Die dritte Brücke in Liers ist eine kombinierte Fußgänger- und Fahrzeugbrücke.
Insgesamt hat das THW bereits 15 Ersatzbrücken im Ahrtal gebaut. Einmal installiert können die Brücken dank regelmäßiger Inspektionen so lange an Ort und Stelle verweilen, bis das Provisorium durch einen Neubau ersetzt wird. Bislang besitzt das THW nur Brückenbau-Material zu Übungszwecken. Diese drei neuen Brücken sind die ersten kompletten Brücken, die in den THW-Bestand aufgenommen werden.

„Die von der THW-Bundesvereinigung e.V. gespendeten Brücken schaffen für die Bevölkerung im Ahrtal wichtige zusätzliche Verbindungen über den Fluss. Damit haben wir bereits 15 von 22 geplanten Brücken im Ahrtal aufgebaut, die den Menschen in ihrem Alltag wieder ein Stück Bewegungsfreiheit zurückgeben. Da die neuen Brücken dauerhaft in den Bestand des THW übergehen werden, hilft sie nicht nur jetzt im Ahrtal. Sie erweitert zudem auch die Einsatzmöglichkeiten der Fachgruppen Brückenbau in zukünftigen Notlagen“,
betont THW-Präsident Gerd Friedsam.

Die Hilfs- und Spendenbereitschaft war in den vergangenen Monaten enorm. Dank vieler Spender wie GSG Schutzkleidung Geilenkothen; die SICK AG und SICK Vertriebs-GmbH; ENWIA Mitteldeutsche Energie AG; EnBW – Energie Baden-Württemberg AG sowie vieler privater Kleinspender konnte die THW-BV an vielen Stellen schnell Hilfe leisten.
Wenige Tage nach dem Starkregenereignis wurde der THW-Ortsverband Ahrweiler mit einer finanziellen Soforthilfe an den Helferverein unterstützt. So konnten der THW-Jugendanhänger repariert sowie der zerstörte Grillplatz neu beschafft werden. Die Lieferung von 30 Westen, 30 Softshell Jacken und 30 Multifunktionshosen zauberte den THW-Helferinnen und Helfern ein Lächeln ins Gesicht, da viele ihre komplette Ausrüstung im Hochwasser verloren hatten.
Mit den Spendengeldern wurden u.a. auch zwei THW-Ferienfreizeiten der Ortsjugenden Ahrweiler und Sinzig finanziert. Die Junghelferinnen und -helfer aus den von dem  Starkregen nachhaltig betroffenen Gebieten konnten eine Woche „Ferien“ im Oberallgäu und an der Ostsee genießen und so etwas Abstand und Normalität gewinnen.

 

THW-BV Präsident Marian Wendt und sein Vizepräsident Martin Gerster, MdB überreichten Marco Schmieding, OB Ahrweiler und seinen Stellvertreter Christian Niemeyer einen Spendenscheck in Höhe von 20.000€ für Soforthilfemaßnahmen.
Foto: THW/ Marcel Kroker
THW-BV Vizepräsident Christian Herrmann und Kai Wollwert, Geschäftsführer Geilenkothen GmbH - Schutzkleidung brachten die Spenden persönlich zum Ortsverband Ahrweiler und überreichten sie dem Helferverein.
Foto: THW-BV/ Swana Hoffmann

 

Weitere Projekte, die mit den Spendengeldern finanziert wurden:

  • Beschaffung von 4x Raupentransportern für den Bereitstellungsraum Nürburgring
  • Einmalspende als Soforthilfe für den THW-Helferverein des Ortsverbandes Schleiden
  • 1000 Portionen Eis für alle THW-Einsatzkräfte im Bereitstellungsraum Nürburgring während des Einsatzes
  • 500 x Powerbanks für die THW-Einsatzkräfte im BR Camp Nürburgring
  • Beschaffung von ca. 12 Seilwinden für Fahrzeuge der Fachgruppe Wassergefahren 
  • Finanzielle Unterstützung einer digitalen Aufklärungskampagne

 

Zusammen mit der Landeshelfervereinigung Niedersachsen haben wir Anfang September 750 Powerbanks an die Helferinnen und Helfer verteilt.
Foto: THW/ Raphael Scheibler
Stellvertretend für den THW-Helferverein nahm Daniel Schwarzer, Ortsbeauftragter des THW-Ortsverbandes Schleiden den Scheck in Höhe von 25.000 € von der Finanzgruppe entgegen.
Foto: David Hecker

 

Nicht zu vergessen sind die vielen Arbeitgebende, die auf ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter teilweise über Wochen verzichtet haben, damit sie im Einsatzgebiet als THW-Einsatzkräfte Hilfe leisten konnten. Viele der Arbeitgebenden haben auf die Erstattung der Lohnfortzahlung verzichtet und so einen großen Anteil an dem umfangreichen Hilfeprogramm geleistet.

Hintergrund:
Seit Mitte Juli 2021 haben bislang rund 14.000 THW-Einsatzkräfte aus allen 668 Ortsverbänden mehr als 2,2 Millionen Einsatzstunden absolviert. Damit ist dies der größte Einsatz des THW - gemessen an den Einsatzstunden. Im Vergleich: 2020 wurden im ganzen Jahr 1,1 Mio. Stunden, im Jahr 2019 ca. 700 000 Stunden geleistet.

 

Berlin, 28. Oktober 2021

 

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