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„Die Stadt unter der Stadt“

Berlin-Seminar vom 11.10.-16.10.2015

Nach dem großen Zuspruch, auf den das erste „Untergrund“-Seminar in Berlin gestoßen war, gab es nun eine „Zugabe“.

Von Sonntag, den 11.10. bis Freitag, den 16.10. hatten knapp 40 Teilnehmer die Möglichkeit, im Rahmen des Seminars "Das unterirdische Berlin - Teil II - Die Stadt unter der Stadt" ihre Kenntnisse über das unterirdische Berlin weiter zu vertiefen. Immerhin, nicht wenige von ihnen hatten bereits das erste Seminar besucht und waren nun voller Erwartung, was es noch Untergründiges in und um Berlin zu entdecken gab.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gleich zu Beginn klärte Seminarleiter Niko Rollmann jedoch auf, dass der Begriff „Untergrund“ in diesem Fall nicht nur rein geographisch zu verstehen sei. Vielmehr gehe es auch um Untergrund im übertragenen Sinne. Etwa den kriminellen, subkulturellen oder politischen Untergrund. Entsprechend gelagert waren die Vorträge und Filme, die an den Vormittagen geboten wurden und sich großen Interesses erfreuten.

Richtig spannend wurde es für die meisten Teilnehmer gleichwohl erst bei den Ausflügen. Auf dem Programm standen Exkursionen in die Spandauer Zitadelle, die Hohenzollern-Gruft des Berliner Doms und in die Gewölbe der alten Schultheiss-Brauerei, die heute als „Kulturbrauerei“ bekannt ist.

Zu den Höhepunkten des Seminars zählten sicherlich der Rundgang im Umfeld der früheren Berliner Mauer an der Bernauer Straße, der Besuch eines Luftschutzbunkers auf einem Friedhof und, nicht zuletzt, der Ausflug in die Ruinen der Festung von Küstrin in Polen, dem "Pompeji an der Oder“. Ältere und jüngere Geschichte wurde hier hautnah erlebbar.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Während Bunker und Festung wohl für alle eine Reise ins Unbekannte waren, rief der Rundgang entlang der ehemaligen Mauer bis hin zur neuen „Versöhnungskirche“, und den teils noch sichtbaren Fundamenten der von SED-Schergen gesprengten früheren Kirche, vor allem bei den älteren Teilnehmern ungute Erinnerungen an die jüngste deutsche Vergangenheit hervor.

Ein abendlicher Besuch im Informationszentrums des THW-Landesverbandes Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt rundete das Seminar schließlich ab. Nach einer Begrüßung durch den Landesbeauftragten Manfred Metzger präsentierte René Klostermann, seines Zeichens Fachberater im Ortsverband Potsdam, in spannenden Ausführungen seine Erfahrungen bei äußerst unterschiedlichen Auslandseinsätzen. Mit einem Abendessen in gemütlicher Runde klang der Besuch im Informationszentrum schließlich aus.

Alles in allem war auch das zweite „Untergrund“-Seminar, das die THW-BV im Rahmen der beliebten „Berlin-Seminare“ organisiert hat, für alle ein Erlebnis, das sicher noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Das dabei auch neue Freundschaften entstanden sind, versteht sich fast von selbst.

Text: Rolf Thomas Markert

Fotos: Sabine Rödiger, Niko Rollmann